Tansania

TANSANIA – Reich an Natur, arm an Wohlstand

Er ist das Wahrzeichen Afrikas, der Kilimandscharo, mit 5.896 Metern der höchste und wohl auch schönste Berg des Kontinents. Die Serengeti, der bekannteste Nationalpark der Welt, liegt ein Stück weiter westlich, im Norden der Viktoriasee, Afrikas größtes Gewässer. Tansania ist eines der faszinierendsten Länder Afrikas und auch für Touristen attraktiv – wegen seiner unvergleichlichen Natur- und Tierwelt, seiner Traumstrände am Indischen Ozean. Doch das ändert nichts daran, dass Tansania immer noch eines der 30 ärmsten Länder der Welt ist. Industrie gibt es kaum, die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, mehr schlecht als recht. Und Aids grassiert auch in Tansania.

Das Land in Ostafrika arbeitet seit Überwindung der 20-jährigen sozialistischen Planwirtschaft unter dem bis heute verehrten Präsidenten Julius Nyerere mit großem Einsatz und systematisch an der Bekämpfung der Armut. Es gehört zudem zu den politischen stabilsten Ländern des Kontinents. Im Jahr 2000 hat es eine Armutsbekämpfungsstrategie erarbeitet, die alle fünf Jahre aktualisiert wird. Tansania konzentriert sich in seiner Armutsbekämpfungsstrategie auf die drei Bereiche Wirtschaftswachstum und die Reduzierung der Einkommensarmut, Verbesserung der Lebensbedingungen und sozialen Entwicklung sowie gute Regierungsführung und Bekämpfung der Korruption.

Wachstum, auch wenn es nicht regnet

Mit großem Erfolg: Seit vielen Jahren wächst die Wirtschaft selbst in Dürrejahren jährlich um 5-6 Prozent, seit 2006 hat sich das Wachstum sogar auf über sieben Prozent beschleunigt. Bis zum Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise boomte der Tourismus und legte jährlich um zehn Prozent zu. Zwischenzeitlich spürt das Land aber die Zurückhaltung der potentiellen Touristen aus den wohlhabenden Ländern, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind.

Tansania ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 440 USD im Jahr eines der ärmsten Länder weltweit. Zwei Drittel der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft, viele als Selbstversorger, und erwirtschaften rund 27 Prozent des BIP. Angebaut werden vor allem Kaffee, Tee und Baumwolle, daneben Cashewnüsse, Sisal, Reis, Mais, Weizen und Cassava. Aber nur 15 Prozent der Anbauflächen werden tatsächlich genutzt. Und die Produktivität stagniert. Seit den 70er Jahren hat sich die Nahrungsmittelproduktion pro Einwohner um 32 Prozent vermindert.

Eine Million Aids-Waisen

Tansania hat Erfolge in der Bekämpfung der Aids-Pandemie vorzuweisen. Die Infektionsrate sank in den letzten vier Jahren und belief sich 2008 auf 5,7 Prozent. Dennoch stellt Aids weiterhin ein gravierendes soziales Problem dar. Tansania hat die kaum vorstellbare Zahl von einer Million Aids-Waisen.

Nach wie vor große Probleme gibt es in der Infrastruktur und sozialen Versorgung. Nur die Hälfte der ländlichen Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Wasser, nur 17 Prozent der Menschen in den Städten sind an die Kanalisation angeschlossen, auf dem Land fast niemand. Die Gesundheitsversorgung der armen Bevölkerung ist noch unzureichend. Deshalb konzentriert sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tansania auf die Schwerpunkte Wasserver- und Abwasserentsorgung, Gesundheit einschließlich HIV/AIDS-Prävention sowie gute Regierungsführung auf lokaler und regionaler Ebene.

Vorbild bei der Zusammenarbeit von Gebern und Partnerland

Im Kampf gegen die Armut ist Tansania eines der Vorbilder Afrikas für die enge Zusammenarbeit zwischen Gebern und Partnerland. In Tansania wird die Paris-Deklaration, also die Abstimmung der Geber untereinander und die Nutzung von nationalen Systemen des Partnerlands, so ernst genommen wie in kaum einem anderen Land. Ein Großteil der Entwicklungsgelder fließt gezielt in den Staatshaushalt, um bestimmte Aufgaben wie Bildung, Aids-Bekämpfung, Dezentralisierung oder wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Dabei müssen sich auch die Geber untereinander abstimmen und mit dem Partnerland auf eine Strategie einigen. Um den Abstimmungsaufwand besonders für die oft institutionell schwach ausgestatteten Partnerländer zu reduzieren, beauftragen die Geber für jedes Thema nur einen Geber als so genannten Lead Donor, der im Auftrag aller den Dialog führt. Insgesamt ist Tansania allerdings noch stark von der Unterstützung der Geber-Länder abhängig: Knapp 35 Prozent des Staatshaushaltes sind geberfinanziert. (Quelle: kfw)

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